INTERVIEWS

16. Dezember 2009

 

Die ETV Fußballsaison startete gleich mit einem Knaller, ETV II wurde zu ETV I und umgekehrt.  Bis zur Winterpause hat sich deutlich gezeigt, dass dieser Wechsel die richtige Entscheidung war. ETV I steht, als Aufsteiger wohlgemerkt, auf Rang zwei in der Landesliga Hammonia. Ein Grund um Erfolgstrainer Dennis Mitteregger (27) und Ligaobmann Bilal Afrane (30), der mittlerweile auch Trainer von ETV II ist, zum Interview zu bitten.

Vor der Saison war das ausgegebene Ziel für ETV I der Klassenerhalt, wollt ihr das nach oben korrigieren?
Dennis Mitteregger
: Klar, das Ziel muss jetzt schon höher gesetzt werden. wir haben uns ziemlich gut an die Liga angepasst, jetzt wollen wir es auch noch schaffen attraktiven Fußball zu spielen, an dem die Zuschauer wirklich Spaß haben. Wenn die Rückrunde ähnlich läuft wie die Hinrunde wäre das super. Unser Ziel ist es auf jeden Fall die Saison im oberen Tabellendrittel zu beenden.

 

Bilal, du bist jetzt Trainer von ETV II, wie kam es dazu?
Bilal Afrane
: In den letzten zwei bis drei Jahren haben wir eine Philosophie entwickelt, wie wir uns Fußball im Herrenbereich des ETV vorstellen. Da sowohl Dennis und ich, als auch Peter Clasen als Betreuer und Achim unser Zeugwart schon lange zusammenarbeiten, wird Kommunikation bei uns ganz Groß geschrieben. Diese Art der Zusammenarbeit hat zum Beispiel auch Poen Alarcon, der zu Saisonbeginn als zusätzlicher Trainer der Ligamannschaft dazu gestoßen ist, sofort übernommen. Hierbei ist der Draht zueinander, als auch zu den Spielern ganz wichtig und das hat unserer Auffassung nach und trotz einiger Gespräche mit dem Vorherigen Trainer (Bernhard Schwarz a. d. Red.) nicht so gut geklappt. Und da wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen wollen und vor allem auch müssen, um die Klasse zu halten haben wir uns für die Trennung von Bernhard Schwarz entschieden

Wirst du das längerfristig machen, oder erst mal bis zum Saisonende?
Bilal Afrane:
Zunächst einmal freue ich mich auf die Aufgabe. Ich denke die Mannschaft hat um einiges mehr Potenzial, als der derzeitige Tabellenplatz aussagt. Es wird aber auch sehr viel Arbeit auf mich zukommen, da es nicht nur für die Jungs eine völlig fremde Situation ist, sondern für mich als Übungsleiter genauso. Was nach der Saison passiert kann ich jetzt noch nicht sagen. Wichtig ist es erstmal eine ordentliche Rückrunde zu spielen.

Mit dem Ziel…?
Bilal Afrane:
Ganz klar der Klassenerhalt. Außerdem ist es Teil unseres Konzeptes, eine höhere Durchlässigkeit von der A-Jugend, über die Zweite hin zur Ligamannschaft zu schaffen. Dazu müssen die Jungs, die bereits in der Zweiten spielen noch besser vorbereitet und geschult werden und für die Nachrücker aus der Jugend muss eine Basis geschaffen werden, der ihnen den Einstieg in den Herrenfußball ermöglicht. Auch und gerade hier ist es wichtig die richtige Sprache zu sprechen und zu wissen, wie man die Jungs greifen kann. 

 

Ihr seit ja beide doch noch ziemlich jung, warum spielt ihr dann eigentlich nicht mehr selbst?
Dennis Mitteregger:
Ich spiele in der Freizeitliga, bei LaOla, die sind Rekordmeister und sozusagen der FC Bayern München der Freizeitliga. Außerdem ist es auch schwierig die Termine mit Training uns ETV Spielen so abzustimmen, dass ich selbst noch spielen kann.

Bilal Afrane: Ich musste Verletzungsbeding aufhören. Eigentlich wollte ich zur Saison auch wieder anfangen, war dann aber wieder verletzt, außerdem ist es auch bei mir zeitlich wirklich schwierig.

 

Und Spielertrainer? Wäre das keine Möglichkeit?
Dennis Mitteregger:
Da würde ich vermutlich nicht viel zum Spielen kommen, sondern mindestens 45 Minuten auf dem Platz stehen und Sachen erklären.

Bilal Afrane: Das Stimmt. Mittlerweile werden Dennis und ich ganz anders wahrgenommen und wir werden oft wegen unterschiedlichster Dinge angesprochen. Selbstverständlich möchten wir uns dann auch die Zeit nehmen um das eine oder andere Gespräch zu führen oder mit zu helfen, Probleme zu lösen. Das zeigt uns, dass wir bzw. unsere Arbeit eine gewisse Anerkennung gefunden hat. Dazu aber dann noch das Trainingleiten und selber spielen, dass wäre wohl zu viel des Guten.

 

Habt ihr eigentlich Schwierigkeiten euch gegen ältere Kollegen durchzusetzen?
Dennis Mitteregger:
Bei den Spielern überhaupt nicht, aber von dem ein oder anderen gegnerischen Trainer wurde man in der Vergangenheit schon mal schief angeguckt. Aber das beeinflusst nicht die Arbeit mit der Mannschaft und ist dementsprechend auch nicht von Bedeutung.

Bilal Afrane: Seit Beginn der Saison sitze ich als Ligaobmann auch mit im Vorstand und da ist es ähnlich. Da ich mit Abstand der Jüngste bin, habe ich dementsprechend auch die wenigste Erfahrung und werde hin wieder etwas ausgebremst. Das ist für mich aber auch soweit in Ordnung, da ich von meinen Vorstandskollegen noch einiges Lernen kann. Auf der anderen Seite habe ich auch gewisse Vorstellungen, die ich meinen Kollegen gegenüber auch so vertrete.

 

Dennis, bist du, als absoluter Erfolgstrainer, schon von dem ein oder andren größere Verein angesprochen worden, ob du eine Mannschaft übernehmen willst?

Dennis Mitteregger: Nein, das kann ich nicht behaupten.

 

Würdest du es denn gegebenenfalls in Erwägung ziehen, den Verein zu wechseln?
Dennis Mitteregger:
Ich hänge sehr an der Mannschaft. Wenn Bayern München anfragt würde ich sie mitnehmen.

Ist der Teamgeist euer Erfolgsgeheimnis?


Dennis Mitteregger:
Auf jeden Fall. Der Erfolg resultiert zum großen Teil aus unserem Zusammenhalt. Wir, die Trainer, gehen ja kaum auf Spieler von anderen vereinen zu. Das machen alles unsere Spieler, die bringen ihre Freunde mit, weil es bei uns Spaß macht Fußball zu spielen. Dadurch werden die neuen Spieler auch viel schneller und vier besser Integriert.

 

Wie schätzt ihr denn die Perspektive der Mannschaft ein?
Dennis Mitteregger:
Sportlich läuft es ja ziemlich gut, ich hoffe, dass wir das auch so fortsetzen können.
Bilal Afrane: Dafür wäre es natürlich schön, wenn sich noch der ein oder andere Sponsor fände, damit wir den Spielern auch ein bisschen was bieten können, das hätten sie auf jeden Fall verdient. Ich hoffe, das wegen der guten Leistungen einige Sponsoren Interesse am ETV Fußball haben, unser image wird jedenfalls immer besser.

 

Bilal, du bist ja beim HSV in der Ausbildung zum Sport und- Fitnesskaufmann, kollidiert das nicht mit deinem Einsatz für den ETV?
Bilal Afrane:
ich mache schon ziemlich viel für den ETV, dass stimmt. Aber derzeit gibt es da keine Konflikte mit dem HSV. Die freuen sich, dass ich mich generell so für Fußball engagiere. Außerdem ist meine Ausbildung im Sommer dann auch abgeschlossen.

 

Und dann?
Bilal Afrane:
Dann wäre es schon mein Traum hauptamtlich beim ETV anzufangen.

 

Und du, Dennis, wie sieht es bei dir mit der beruflichen Zukunft aus?
Dennis Mitteregger:
ich habe ja schon ein abgeschlossenes Magisterstudium in Geschichte und Sport. Das ist aber natürlich keine Berufsausbildung. Im Moment überlege ich gerade, ob ich noch ein Bachelor Lehramtsstudium dranhänge. Das wird sich in zwei Monaten entscheiden.